Erythropoetin

Version: 1, gültig ab: 24.05.2020
Einheit
mIU/ml
Berechneter Parameter Nein
Versandparameter Nein
Abarbeitung
Montag - Freitag 7 bis 14 Uhr
Klinische Information

Erythropoetin ist ein Glykoprotein, das die Bildung der Erythrozyten aus den Vorgängerzellen im Knochenmark (Erythropoese) steuert. Beim Erwachsenen wird es hauptsächlich in der Niere gebildet (15% in den Leberzellen). Beim Fetus ist es umgekehrt. Die Produktion wird angeregt bei verminderter Sauerstoffsättigung in der Nierenarterie. Der EPO-Spiegel dient zur erweiterten Anämiediagnostik und Verlaufskontrolle beim gentechnisch hergestellten Therapeutikum.

Referenzbereich
Altersklasse weiblich männlich Einheiten
* 2,6 - 18,5 mIU/ml
Methode
Chemilumineszenz-Mikropartikel-Immunoassay (CMIA)
Primäres Probenmaterial
  • Heparin-Blut mit Trenngel (grüne Kappe)
Probenstabilität
bei 15-25°C 8 Stunden
bei 2-8°C 24 Stunden
bei -20°C keine Angabe
Probenstabilität Zusatzinformation

Probe nicht mehr als dreimal auftauen

Interferenzen durch Hämolyse
ab 500 mg/dl Hämoglobin
Interferenzen durch Ikterus
ab 40 mg/dl Bilirubin
Interferenzen durch Lipämie
ab 3000 mg/dl Triglyceride
Andere Interferenzen

ab 3500 mg/dl Humanserumalbumin, ab 8000 U/dl Heparin,
ab 20 mg/dl Paracetamol, ab 50 mg/dl Acetylsalicylsäure, ab 40 mg/dl Ibuprofen

Kreuzreaktionen

Bei Patienten mit Hypergammaglobulinämie in Verbindung mit multiplem Myelom oder Morbus Perthes ist die Erythropoietin-Bildung im Verhältnis zum Hämoglobinspiegel gestört. Dies wurde mit erhöhter Plasmaviskosität in Verbindung gebracht

Es besteht die Möglichkeit einer Störung durch in der Patientenprobe enthaltene heterophile Antikörper. Patienten, die regelmäßig mit Tieren in Kontakt kommen oder sich immuntherapeutischen oder -diagnostischen Verfahren unter Einsatz von Immunglobulinen oder Immunglobulin-Fragmenten unterzogen haben, können Antikörper bilden (wie bspw. HAMA), welche Immunoassays stören. Außerdem können Patientenproben andere heterophile Antikörper enthalten, wie z.B. Human-Anti-Ziegen- Antikörper. Derartige störende Antikörper können zu fehlerhaften Ergebnissen führen.